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17. September 2019

CHAMPIONSLEAGUE


«Belgrad-Messi» Marin heiß auf die Bayern

München (dpa) - Die Vorfreude bei Marko Marin auf das große Spiel gegen den FC Bayern München war bei der Rückkehr des filigranen Fußballers in die Allianz Arena sofort spürbar.

Marko Marin freut sich auf das Spiel beim FC Bayern München. Foto: Darko Vojinovic/AP/dpa (Foto: DPA)

«Es wird auch für uns eine schöne Atmosphäre sein», sagte der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler , bevor er mit Roter Stern Belgrad zum Abschlusstraining den Rasen des Stadions betrat.

«Es ist schön, mal wieder in einem deutschen Stadion zu spielen, dann noch gegen Bayern», sagte der Schlüsselspieler des serbischen Meisters vor der Champions-League-Partie am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky). Die Favoritenrolle sei dabei klar verteilt, meinte der 30-Jährige: «Wir kennen die Bayern und die Qualität ihrer Einzelspieler.»

Drei Münchner Stars kennt Marin besonders gut. Mit Manuel Neuer, Jérôme Boateng und Thomas Müller spielte er sogar 2010 bei der WM in Südafrika zusammen. Ein Jahr zuvor wurde er mit Neuer und Boateng U21-Europameister. Eine glorreiche Weltmeisterkarriere wie den früheren Weggefährten war dem Dribbelkünstler später nicht vergönnt.

«Er wird der Messi von Belgrad genannt. Mich freut es natürlich, auf alte Weggefährten zu treffen, da freut man sich auf den Austausch nach dem Spiel», sagte Neuer. Marin freute sich über die «schönen Worte» des Torhüters: «Wir kennen uns schon sehr lange.»

Marin, der mit Gladbach sogar noch zu Mehmet-Scholl-Zeiten gegen die Bayern antrat, galt in Deutschland vor einem Jahrzehnt als Ausnahmetalent. Zwischen 2008 und 2010 kam er auf 16 Länderspiele (1 Tor) für die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw, der ihn lange förderte. Doch die glanzvolle Karriere wurde es dann doch nicht. Der Wechsel 2012 von Werder Bremen zum FC Chelsea und einige Verletzungen brachten den inzwischen 30-Jährigen aus dem Tritt.

Marin musste sich auf eine rastlose Reise durch Europa begeben. FC Sevilla, AC Florenz, RSC Anderlecht, Trabzonspor, Olympiakos Piräus und jetzt eben Belgrad lauteten die Stationen des Offensivspielers quer durch Europa. In Belgrad fühle er sich nun «sehr wohl», sagte Marin in München. Ein Bundesliga-Comeback plant er nicht. «Eine Rückkehr nach Deutschland plane ich natürlich, aber erst nach meiner Karriere.»

In nur einem Jahr ist er bei Roter Stern zum wichtigsten Spieler geworden. Marin gilt für die Chefs längst als «unverkäuflich». In 40 Partien erzielte er acht Treffer (17 Assists). Sein Vater, der mit der Familie und dem zweijährigen Sohn Marko, der in Bosnien geboren wurde, einst nach Frankfurt kam, soll schon immer ein großer Fan von Roter Stern gewesen sein.

Wie wichtig Marin für die Mannschaft von Trainer Vladan Milojevic ist, wurde am Wochenende demonstriert, als der Kapitän fehlte. Ohne ihn rannte Roter Stern lange einem Rückstand gegen Aufsteiger FK Indjija hinterher, ehe Milan Pavkov das Spiel mit zwei Toren spät drehte. Nur zu gerne würde der frühere Europa-League-Sieger Marin mit Roter Stern mit einem starken Auftritt an eine große Stunde gegen den FC Bayern erinnern. Im Halbfinale des Landesmeister-Cups gewann Roter Stern 1991 gegen die Münchner und holte danach auch den Titel.